Repräsentative LINK-Umfrage zur 2. Röhre:

Kaum jemand glaubt an das Märchen am Gotthard

Würde am Gotthard eine 2. Strassenröhre gebaut, werden alle vier Spuren genutzt – davon sind in der Deutschschweiz 59 % der Befragten einer repräsentativen LINK-Umfrage überzeugt. Das heisst: Die Vorlage des Bundesrats täuscht darüber hinweg, dass die 2. Röhre die Kapazitäten für Lastwagen verdoppelt und die Schweiz zur Transithölle macht.

Laut der Umfrage des LINK-Instituts nimmt nur rund ein Drittel (35,4%) der Befragten die Behauptung ernst, dass beim Bau einer 2. Röhre dereinst nur zwei Spuren freigegeben  würden. Mehr als die Hälfte der 1200 Befragten glauben nicht an das Märchen des halb genutzten Tunnels und gehen davon aus, dass alle vier Spuren befahren werden. «Das unehrliche Versteckspiel ist vorbei. Jetzt muss allen klar sein, dass ein Ja zur 2. Röhre ein Ja zu vier Spuren durch den Gotthard heisst. Das bedeutet Stau von Basel bis Chiasso – inklusive den Zubringern», sagt Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Co-Geschäftsleiterin des VCS Verkehrs-Club der Schweiz. «Die Schweizer Bevölkerung glaubt nicht ans Märchen von nur einer Spur pro Richtung.»

 

Auffällig: Im Tessin scheinen überdurchschnittlich viele darauf zu hoffen, dass es bei 2. Röhren keinen Mehrverkehr gibt. «Mit dieser Umfrage sollte auch im Tessin allen klar geworden sein, wie der Hase läuft: Wenn die 2. Röhre kommt, werden alle vier Spuren geöffnet. Damit wird der Gotthard zur kürzesten vierspurigen Nord-Süd-Transitachse Europas», sagt Jon Pult, Co-Präsident des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Präsident der Alpen-Initiative. «Die Schweiz, und insbesondere das Tessin, werden in der europäischen Lastwagenflut versinken!» Wegen des befürchteten Mehrverkehrs hat das Tessin bisher in allen Abstimmungen eine 2. Röhre abgelehnt. Sogar das jetzige Tessiner Ja-Komitee lehnt eine 2. Röhre ab, sollte sie mehr Verkehr bringen!

 

Die 2. Röhre steht im Widerspruch zur Schweizer Verlagerungspolitik. Jon Pult: «24 Steuermilliarden haben wir in die NEAT-Basistunnels gesteckt. Diese modernen Bahntunnels würden bei einer 2. Röhre schlecht genutzt – so sagen es die Studien des Bundes.» Die LINK-Umfrage aber bestätigt, dass eine überwältigende Mehrheit weiterhin zur Verlagerungspolitik steht und die NEAT nutzen will, um die Gütertransporte auf die Schiene zu bringen. So wollen beeindruckende 67 % der Befragten am Verlagerungsziel von maximal 650'000 alpenquerenden Lastwagen pro Jahr festhalten. Im Tessin wollen sogar 80,2 % der Befragten nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Juni 2016 das Verlagerungsziel erreichen!

 

«Eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will mit der NEAT die Transitgüter auf die Schiene verlagern», sagt Caroline Beglinger: «Man kann aber nicht gleichzeitig die Verlagerung der EU-Lastwagen auf die Schiene befürworten und gleichzeitig eine 2. Strassenröhre bauen. Hier gibt es nur ein Entweder-Oder!»

Kontakt:

  • D / I / Rumantsch: Jon Pult, Co-Präsident Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Präsident Alpen-Initiative, 076 508 16 33
  • D / F: Caroline Beglinger, Co-Präsidentin Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Co-Geschäftsleiterin VCS Verkehrs-Club der Schweiz, 079 310 11 86